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"DrugChecking kann Leben retten!"

Meine Rede im Plenum des Thüringer Landtages zur Aktuellen Stunde "Drug-Checking-Projekt in Thüringen erfolgreich gestartet":

Die Anzahl der Menschen, die an den Folgen ihres Drogenkonsums versterben, hat in den vergangenen Jahren leider wieder zugenommen. Die häufigsten Ursachen von Drogennotfällen oder drogenbezogenen Todesfällen sind darin begründet, dass Konsumierende eben nicht genau wissen, welche Zusammensetzung oder welchen Wirkgehalt ihre Substanzen haben. Fast alle über den Schwarzmarkt bezogenen Substanzen sind verunreinigt oder mit gesundheitsschädlichen Streckstoffen versetzt. Aber auch Naturprodukte – wie z.B. Pilze - unterliegen starken Schwankungen im Wirkstoffgehalt. Und das birgt natürlich für Konsumierende ein nicht zu vernachlässigendes Risiko.

Die Idee, diesem Gesundheitsrisiko mit DrugChecking (also einer Substanzanalyse) zu begegnen, ist überhaupt nicht neu. DrugChecking wird bereits in vielen Länder als ein weiteres Instrument des Gesundheitsschutzes genutzt.

Dr. Felix Betzler von der Charité in Berlin hat erklärt: „Aus medizinischer Sicht ist Drug-Checking unbedingt sinnvoll, weil wir wissen, dass der Konsum ohnehin stattfindet.“

Aus dieser Erkenntnis heraus wurde bereits in den 80ern in den Niederlanden das erste DrugChecking-Angebot eingerichtet. Inzwischen haben es viele weitere Länder etabliert – wie zum Beispiel Österreich, Schweiz, Spanien, Frankreich, Portugal oder Großbritannien. Nur Deutschland tut sich immer noch schwer mit der Umsetzung. Die rechtliche Situation von DrugChecking ist hier bis heute umstritten. Denn wenn Mitarbeitende die Proben entgegennehmen, um diese zu analysieren, so reicht das aus, um dies als strafbaren Besitz von Betäubungsmitteln auszulegen.

In Thüringen haben wir nun den Glücksfall, dass sich in Jena eine Gruppe kluger Köpfe fand, welche ein Selbst-Schnelltest-Verfahren entwickelt hat: miraculix. Dieses Verfahren ermöglicht es, dass Konsumierende die Substanzanalyse unter Anleitung selbst durchführen. Das Team von miraculix nimmt also die Proben nicht entgegen und macht sich damit auch nicht strafbar. Ist aber zugegen, um fachliche Hilfestellung zu leisten. Zudem hat dieses Schnelltest-Verfahren von miraculix den Vorteil, dass es innerhalb weniger Minuten Ergebnisse liefert, vor Ort durchführbar ist und somit auch vor Konsum der Drogen eine Intervention stattfinden kann.

Denn auch beim Thüringer DrugChecking-Projekt ist die Substanzanalyse obligatorisch mit einem Beratungsgespräch verbunden, welches hier durch das Team der Drogerie der Suchthilfe in Thüringen (SiT) durchgeführt wird. Das – zum Großteil ehrenamtliche – Team der Drogerie bietet Konsumierenden einen niedrigschwelligen Zugang an. Sie klären auf über Wirkungen, Risiken und Folgen des Drogenkonsums und das mitten im Partysetting. Dadurch sind sie in der Lage Konsumierende dort zu erreichen, wo andere Angebote der Suchthilfe erst gar keinen Zugang finden.

Und – liebe CDU - Studien aus dem Ausland zeigen: Dort, wo DrugChecking angeboten wird, steigt nicht der Konsum von illegalen Substanzen. Es wird also niemand zum Drogenkonsum „animiert“. Im Gegenteil: das Angebot regt dazu an, sich kritisch mit dem eigenen Konsumverhalten auseinanderzusetzen. Das bestätigten auch die ersten Abfragen in Thüringen: Über 90 % der Nutzenden gaben an, dass die Substanzanalyse direkte Auswirkungen auf ihren Konsum gehabt habe. Das Konsumverhalten ändert sich. Es wird vorsichtiger und reflektierter– oder es wird, wenn die Analyse gefährliche Streckstoffe offenbarte, auch gar nicht konsumiert.

Daneben ergeben sich weitere positive Effekte:

  • Wir haben frühzeitigen Kontakt zu den Konsumierenden (nicht erst, wenn sich ein problematisches Konsumverhaltenen bereits verfestigt hat).
  • Durch die Veröffentlichung der Substanzanalysen werden andere Konsumierende vor gefährlichen Präparaten, die sich im Umlauf befinden, gewarnt.
  • Wir sind erstmals in der Lage ein Monitoring über Konsumverhalten, Motive und Konsumtrends in Thüringen zu erstellen.
  • Und last but not least: DrugChecking kann Leben retten!

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das DrugChecking-Angebot reagiert lediglich auf eine real existierende Situation (Leute nehmen nun mal Drogen, liebe CDU). Mit diesem Projekt haben wir nun aber endlich die Möglichkeit angemessen darauf zu reagieren und Risiken zu vermindern. Das ist in Deutschland einmalig. Thüringen ist damit zum Vorreiter geworden.  Die Fraktion DIE LINKE. im Thüringer Landtag wird sich daher weiterhin für den Fortbestand, die Verstetigung und den Ausbau dieses Projektes einsetzen.

Und ich möchte es nicht versäumen, dem Team von miraculix und dem Drogerie-Team für ihre Arbeit und ihren Einsatz zu danken. Das ist großartig was ihr macht. Vielen Dank dafür <3


RosaLuxx.

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