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Sebastian Franke (Drogerie/SiT), Heike Werner (TMASGFF), Dr. Felix Blei (LeadiX), Patrick Krauße (Drogerie/SiT)

SubCheck - das Drug-Checking Projekt in Thüringen

Gesundheitsministerin Heike Werner und die S i T – Suchthilfe in Thüringen stellen in einer Pressekonferenz das Projekt und erste Ergebnisse vor.

„Leider hat sich die Zahl der Rauschgiftdelikte und der Menschen, die an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben sind, in den vergangenen Jahren wieder erhöht. Wir wissen aber, dass wir mit Analyse, Aufklärung und gezielter Beratung viel erreichen können. Ich hoffe sehr, dass wir den riskanten Drogenkonsum in Thüringen verringern können“, beschreibt Ministerin Heike Werner die Notwendig von Drug-Checking.

Die häufigste Ursache von Drogennotfällen oder drogenbezogenen Todesfällen sind darin begründet, dass Konsument:innen nicht wissen, welche Stoffe und welcher Wirkgehalt in ihren Substanzen ist. Die Idee, diesem Gesundheitsrisiko mit Drug-Checking (Substanzanalyse der Drogen) zu begegnen, ist nicht neu. Als Mittel des Gesundheitsschutzes, als Türöffner für Beratungsangebote oder als Monitoring zur Früherkennung von Drogentrends ist es in vielen Länder – wie z. B. in Österreich oder Dänemark - bereits etabliert. In Deutschland gibt es zwar seit den 90er Jahren immer wieder Initiativen, Drug-Checking umzusetzen, diese scheiterten jedoch bisher an den bestehenden Gesetzen (die Tester:innen würden sich in der Zeit der Testung durch unerlaubten Besitz illegaler Substanzen strafbar machen – kein Scherz).

LeadiX, ein StartUp-Unternehmen aus Jena entwickelte nun ein Selbst-Schnelltest-Verfahren – miraculix genannt - welches Konsument:innen ermöglicht, die Substanzanalyse einfach selbst durchzuführen. Das Drug-Checking ist mit Hilfe miraculix innerhalb weniger Minuten, vor Ort und vor allem vor Gebrauch der Droge durchführbar. „Über den Schwarzmarkt bezogene Substanzen können verunreinigt sein oder mit Streckstoffen versetzt sein. Aber auch Naturprodukte unterliegen starken Schwankungen“, erläuterte Dr. Felix Blei (LeadiX) seine Beweggründe, einen solchen Test zu entwickeln.

Bei dem Thüringer Projekt SubCheck ist die Substanzanalyse obligatorisch mit einem Beratungsgespräch verbunden – auf Wunsch auch mit einer gemeinsamen Konsumreflexion, welches die Drogerie durchführt, das Safer Nightlife Projekt der SiT. „Unsere ersten Erfahrungen bestätigen, dass das Angebot mit viel Interesse angenommen wird. Neben Maßnahmen der psychosozialen Intervention kann außerdem gezielt vor gefährlichen Präparate gewarnt werden. Wir stehen noch ganz am Anfang, aber die ersten Erkenntnisse sind durchaus besorgniserregend“, fasst Sebastian Franke (Drogerie, SiT) seine Erfahrungen zusammen. So haben 63 % der MDMA-Proben (Ecstasy) einen problematischen (mit über 120 mg einen zu hohen) Wirkstoffgehalt, welcher zu schweren Nebenwirkungen führen kann. Des Weiteren sind 32 % der Amphetamin-Proben (Speed) mit Methamphetamin (Crystal Meth) gestreckt. Die Reaktionen auf solche Analyseergebnisse beschreibt Franke als wahrhaftiger Schock für die Konsument:innen. „Wir sind dank unserer Analytik hier wohl einer bisher unerkannten Problematik auf der Spur und können erstmals Daten zur Verbreitung liefern. Im Raum steht nun also die Frage, wie viele Menschen in Ostdeutschland Crystal Meth konsumieren, ohne es überhaupt zu wissen?“, so Dr. Felix Blei. Für 2022 ist eine Evaluation durch die Charité geplant. Dadurch können dann auch wissenschaftliche Erkenntnisse über Konsumverhalten, Motive und Konsumtrends in Thüringen gewonnen werden.

Über 90 % der Befragten Nutzer:innen gaben an, dass die Substanzanalyse für sie hilfreich war und diese direkte Auswirkungen auf ihren Konsum hatte. Das Konsumverhalten ändert sich. Es wird vorsichtiger und reflektierter konsumiert – oder auch gar nicht, wenn die Analyse gefährliche Streckstoffe offenbarte. Viele Nutzer:innen wünschen sich daher eine Verstetigung dieses Angebotes.

SubCheck ist in Deutschland einmalig. Thüringen ist damit zum Vorreiter geworden und viele Bundesländer haben schon angefragt, sich dieses Pilotprojekt einmal näher anschauen zu dürfen, um dieses dann auch bei sich umzusetzen.


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