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v. l. n. r.: Susanne Hennig-Wellsow (Landes- und Fraktionsvorsitzende der LINKEN Thüringen), Ulrike Quentel (Gleichstellungsbeauftragte der Eisenacher Stadtverwaltung), Monika Braun (Integrationshelferin Mosewaldschule), Wajid Hatem, Karola Stange (Sprecherin für Gleichstellung der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag) und ich

Frauengruppe der Mosewaldgrundschule mit Sonderpreis ausgezeichnet

Bereits zum siebenten Mal wurde auf der gemeinsamen Auszeichnungsveranstaltung der LINKEN unter dem Motto „Macht jeden Tag zum Frauentag!“ am Dienstag, den 07. März im Rathausfestsaal in Erfurt der Frauenpreis für hervorragendes gesellschaftliches Engagement verliehen. Hierbei wurde das fortwährende Engagement der “Mittwochs-Frauen-Gruppe des Elterncafés der Mosewaldschule” aus Eisenach sowie der Integrationshelferin der Schule, Frau Monika Braun, mit einem Sonderpreis gewürdigt.

Bekanntlich fällt es ausländischen Kindern durch den Besuch von Einrichtungen wie Kindergarten oder Schule sehr leicht, ihren Platz in einer - für sie unbekannten - Gesellschaft zu finden. Hier lernen sie schnell die neue Sprache, finden Freundinnen und Freunde und kommen in Kontakt mit regionalen Traditionen und Gepflogenheiten. Bei ihren Müttern hingegen sieht das oftmals schon ganz anders aus: Viele von ihnen haben keine Arbeitserlaubnis oder befinden sich in Elternzeit. Der Besuch eines Sprach- oder Intergrationskurses bleibt ihnen oftmals - aus den unterschiedlichsten Gründen - versagt. Wenn sie Glück haben, treffen sie in ihrer Nachbarschaft auf andere Frauen aus ihrem Herkunftsland, wenn nicht, sind sie dazu gezwungen Tag für Tag allein und isoliert zu Hause zu sitzen und darauf zu warten, dass ihre Kinder und ihr Mann endlich heim kommen. Ein glückliches und erfülltes Leben sieht anders aus.

Im vergangenem Jahr fanden sich daher Frauen in Eisenach aus den verschiedensten Ländern zusammen, welche sich diesem Schicksal nicht ergeben wollten. Diese Frauen treffen sich nun regelmäßig bei Kaffee und Kuchen, um sich auszutauschen, gegenseitig im Alltag zu helfen und in Deutschland anzukommen. Unterstützung erhalten sie dabei von einer sehr engagierten Integrationshelferin. Aus dieser Frauengruppe ist bereits ein kleines Netzwerk entstanden. So unterstützen sich die Frauen bei Arztbesuchen, Behördenangelegenheiten oder bei Krankheit. Braucht eine Hilfe, sind sie füreinander da. Zwei der Frauen können bereits sehr gut Deutsch sprechen und fungieren als Dolmetscherinnen - auch außerhalb der Gruppe. Einige wollen ehrenamtlich Tätig werden, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und gleichzeitig anderen Menschen zu helfen.

Zu ihren regelmäßigen Gruppentreffen gehört aber auch ein fester Bildungsanteil, die Frauen möchten nämlich mehr über die hiesigen Strukturen und Gewohnheiten erfahren. Dazu laden sie jede Woche eine andere Referntin oder Referenten - wie z. B. Mitarbeiterinnen aus dem Frauenhaus oder der Diako-Beratungsstelle - ein.

Wichtig ist den Frauen außerdem der Kontakt zu anderen Menschen und Gruppen. So gab es zum Beispiel schon ein gemeinsames Treffen mit dem Frauenstammtisch der Kirchengemeinde. Außerdem planen die Frauen gemeinsam mit syrischen und deutschen Musikerinnen und Musikern zu musizieren und Stücke einzustudieren, mit welchen sie später auf Stadtfesten und zu anderen Gelegenheiten öffentlich auftreten wollen.

Ich freue mich sehr, dass die Mittwochs-Frauen-Gruppe des Elterncafés der Mosewaldgrundschule aus Eisenach sowie die Integrationshelferin der Mosewaldschule, Frau Monika Braun, durch den Sonderpreis des Europabüros von Gabi Zimmer gewürdigt werden.