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Internationaler Kindertag mahnt Kinder und ihre Rechte im Blick zu behalten

Der Internationale Kindertag am 1. Juni soll auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern aufmerksam machen und kinderpolitische Themen, insbesondere Kinderrechte, in das Bewusstsein rücken. „Wir möchten Erwachsene darauf aufmerksam machen, dass die Rechte von Kindern und Jugendlichen auch in Zeiten der COVID-19-Pandemie gelten“, sagt die kinderpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Kati Engel.

“Es ist wichtig, in der derzeitigen Krise die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nicht aus dem Blick zu verlieren“, ermahnt die Landtagsabgeordnete. Dabei bedürfen insbesondere Kinder in verletzlichen Lebenslagen und deren Familien unsere Aufmerksamkeit, beispielsweise Kinder, die in Armut oder hochkonfliktbelasteten Situationen aufwachsen, geflüchtete Kinder und Kinder mit Behinderungen. “Schließlich sind wir verpflichtet die UN-Kinderrechtskonvention, welche seit 1992 in Deutschland als verbindliches Recht gilt, umzusetzen“, ermahnt Kati Engel. „Die Einhaltung der Kinderrechte auf Schutz, Förderung, Beteiligung und Teilhabe von Kindern haben gerade in dieser Ausnahmesituation höchste Priorität.“

Auch wenn nun Schulen und Kindergärten schrittweise wieder in den Regelbetrieb übergehen, bleibt die Lage angespannt. Der Präsenz-Unterricht ist für viele Schüler*innen noch nicht gegeben und auch viele Kindergärten laufen bis Mitte Juni noch im Notbetrieb. Wie Lehrkräfte und Erzieher*innen Kontakt halten, unterscheidet sich sehr und reicht von gar keinen Kontakt bis hin zu persönlichen Besuchen am Fenster. “Das heißt aber auch, dass Außenstehende nur schwer oder schlimmstenfalls gar nicht mitbekommen, was in den Familien passiert“, so die Landtagsabgeordnete. “Normalerweise fällt es Lehrer*innen und Erzieher*innen auf, wenn Kinder übermüdet, ungepflegt oder hungrig zur Schule oder zum Kindergarten kommen. Dieser Kontrollmechanismus funktioniert in der Corona-Krise nicht“, erläutert Kati Engel.

Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Kinder und Jugendliche vor Gewalt und Vernachlässigung zu schützen. “Deshalb sind alle, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, in besonderer Weise in der Pflicht, aufmerksam zu sein und Hilfe anzubieten“, appelliert die Kinderpolitikerin. Als Beispiel verweist sie auf Sportvereine, die nun wieder ihr Training aufnehmen dürfen. Dort gelte es, hellhörig zu werden und die richtigen Fragen zu stellen: "Wer kommt nicht mehr zum Training? Wer ist weg? Wer ist verschwunden? Wo sind die?"

Darüber hinaus bedürfe es aber weiterer Hilfsmechanismen für Familien, um zu verhindern, dass diese aufgrund der Krise in finanzielle Not geraten. Die von der Bunderegierung bisher auf den Weg gebrachten finanziellen Unterstützungsleistungen für Familien mit Kindern, beispielsweise der Notfall-Kinderzuschlag, sind zwar ein Schritt in die richtige Richtung, an vielen Stellen werden diese aber nicht ausreichen und müssen entsprechend ausgeweitet werden. DIE LINKE fordert daher einen sofortigen Zuschlag von 200 Euro auf den Hartz-IV-Regelsatz für die Dauer der Krise. Außerdem sollten die Sanktionen für Familien im Grundsicherungsbezug für sechs Monate ausgesetzt werden, um Notsituationen zu verhindern.

Kindern und Jugendlichen, die gerade jetzt ein offenes Ohr suchen, bietet das kostenfreie Kinder – und Jugendsorgentelefon unter 0 800 / 008 008 0 die Möglichkeit, sich Hilfe zu suchen.

Alle Kinder- und Jugendschutzdienste als Beratungsstellen für junge Menschen sind telefonisch erreichbar. Für Eisenach unter 03691 260 340.                                                     

Für Eltern steht das kostenfreie Elterntelefon unter 0 800 / 111 0 550 zur Verfügung.