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Versprochen ist versprochen!

Graffiti-Workshop mit Max Kosta

Um die Problematik der Kinder- und Jugendarmut und deren konkrete Erscheinungsformen und Auswirkungen in Thüringen in den Fokus zu rücken, hatte die Linksfraktion im vergangenen Sommer zu einer zweiteiligen Veranstaltung geladen. Unter dem Titel „Einmal Teilhabe bitte!“ kamen einerseits durch einen Kreativwettbewerb Kinder und Jugendliche selbst zu Wort. Auf der anderen Seite wurden in einer öffentlichen Anhörung Sozialpädagog*innen aus der Kinder- und Jugendhilfe eingeladen, über ihre täglichen Erfahrungen zu berichten.

Alle Kinder und Jugendliche wurden aufgefordert, unter dem Motto „Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich ...“ ihre Wünsche durch Malen, Basteln, Dichten usw. darzustellen. „Durch diesen Wettbewerb haben wir die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen - ihre Hoffnungen, Sehnsüchte und Träume - in den Thüringer Landtag geholt und sichtbar gemacht. Denn die eingereichten Werke waren nicht nur für die Abgeordneten, sondern auch für alle Besucher*innen des Landtages sichtbar, wie z. B. am Tag der offenen Tür im Juni. “, erläutert Kati Engel. „Anstatt immer nur über junge Menschen zu reden, ist es endlich an der Zeit, sie selbst zu Wort kommen zu lassen.“

Und diese Gelegenheit wurde auch von vielen Kindern und Jugendlichen genutzt. Sie haben gemalt, gebastelt, gedichtet, gesungen – selbst ein richtiger kleiner Film wurde von einer Gruppe produziert. Die beeindruckendsten Werke wurden selbstverständlich ausgezeichnet. Eine der PreisträgerInnen war Emilia, da ihre Arbeit aus allen anderen herausstach. Emilia ist 10 Jahre alt und hatte ein Gedicht eingereicht, welches sie für Ihre große Schwester, die an Epilepsie leidet und eine mittelgradige Intelligenzminderung hat, als Geschenk zur Jugendweihe verfasste:

 

Meine Schwester

 

Manchmal ist es leicht

Manchmal ist es schwer

Manchmal denke ich, es geht nicht mehr.

 

Dir ist es nicht bewusst,

Du lebst in deiner Welt,

Du lebst dein Leben so wie es dir gefällt.

 

Ich weiß nicht warum du diese Krankheit hast,

Ich bin trotzdem froh, dich als Schwester zu haben,

sonst hätt ich was verpasst.

 

Ich wünsch mir für dich, dass du gesund bist.

Das dies nicht so ist, ist richtiger Mist!

 

Wir bleiben Schwestern, ein Leben lang,

Ich bin für dich da, sei nicht bang.

 

Ich habe dich lieb, meine große Schwester,

Deshalb drück ich dich jetzt noch ein bisschen fester.

 

Gewonnen hatte Emilia einen Graffiti-Workshop mit Max Kosta, einen der bekanntesten Sprayer in Thüringen, für sich und ihre Freund*innen. Dieses Versprechen lösten nun Kati Engel und Max Kosta ein. Emilias Mutter, Anja Krasulsky, hatte die Idee, den Workshop nachhaltig zu nutzen und damit die Bushaltestelle ihres Dorfes zu verschönern. Gesagt, getan. Innerhalb von zwei Tagen gestalteten die Kinder mit Max Kosta das weiße, langweilige Bushäuschen bunt und einladend.

Und das Fazit einer Teilnehmerin: "Emilia, jetzt werde ich öfter Bus fahren!" bestätigt, dass es nicht nur allen Kindern riesigen Spaß gemacht hat, sondern das Ergebnis auch allen super gut gefällt.